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Stolpern häufigster Arbeitsunfall
 
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Rund 45 Prozent aller Arbeits- und Wegeunfälle, die der deutschen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gemeldet werden, sind Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. Grund dafür sind oft Eile und falsches Schuhwerk.

Ein Arbeitsunfall – sofort stellt man sich ein schweres Unglück, zum Beispiel an einer Maschine, vor. Die Wirklichkeit ist weitaus ”banaler”: ”Bei 43,8 Prozent aller Arbeits- und Wegeunfälle bei der BGW in den Jahren 1996 bis 2001 wurde als Unfallart Stolpern, Umknicken, Ausrutschen oder Hinfallen registriert”, erläutert Albrecht Liese, Leiter der Präventionsdienste der BGW. ”Weitere 1,3 Prozent gingen auf das Konto von Abstürzen aus größerer Höhe.”

Bei der BGW sind über fünf Millionen Beschäftigte aus Heil-, Pflege- und Sozialberufen gesetzlich unfallversichert; überdurchschnittlich ”stolperträchtig” sind Kindergärten und ambulante Pflegedienste, wo 50 bzw. 49,4 Prozent aller Unfälle Stürze sind. Die zahlenmäßig meisten Stolperunfälle – 4.200 im Jahr 2001 – wurden der BGW aus Einrichtungen der Behindertenhilfe gemeldet. Aus diesen Gründen engagiert sich die BGW für die ”Aktion: Sicherer Auftritt”.

Die Folgen von Stürzen sind keineswegs harmlos: Neben Arm- und Beinbrüchen werden auch Kopf- und innere Verletzungen gemeldet. Sturzunfälle führen drei Mal häufiger zu bleibenden Körperschäden als andere Unfallarten. Neben dem menschlichen Leid stehen die Kosten: Die Berufsgenossenschaften wenden jährlich 330 Millionen Euro für die Folgen auf, der Wirtschaft entsteht durch Ausfallstunden jährlich ein Minus von acht Milliarden Euro.

Die Unfallursachen sind vielfältig: glatte Bodenbeläge, zum Beispiel nasse polierte Natursteinböden, gewachste oder gebohnerte Böden, Stolperfallen durch schadhafte Oberflächen, herumliegende Gegenstände, Verschmutzungen und schlechte Beleuchtung. Besonders riskant sind Treppen. Hinzu kommt Nachlässigkeit: ”Gehen oder Treppensteigen sind so alltäglich, dass kaum jemand dabei besonders achtsam ist”, so BGW-Präventionsexperte Liese. ”Zeitdruck, Hektik und Müdigkeit tragen oft zu den Unfällen bei.” Eine der wichtigsten Gefahrquellen ist hausgemacht: Schuhe mit glatten Sohlen, hohen Absätzen und instabilem Fußbett.

weitere Informationen: bgw online


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Publiziert von: Harald Kviecien
infoID: 123956.1 Publiziert am 23 Jul. 2003; 17:41
 
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